"Das Bestreben, die Gottesdienste in den einzelnen Kirchen, vor allem auch in den Filialkirchen, zu vermehren", sowie das Bedürfnis, neben dem Hauptgottesdienst auch einen Frühgottesdienst zu haben, führte schon im 13. Jh. zur Errichtung von Frühmeßbenefizien. Besonders in der 2. Hälfte des 15. Jh. ist eine starke Vermehrung dieser Gottesdienststiftungen festzustellen.
Für Schlüsselfeld ist in den Würzburger Diözesanmatrikeln von 1453 eine Frühmesse" ("primissaria ibidem") verzeichnet. Eine erste Spur für diese Frühmesse in Schlüsselfeld aus dem Jahre 1390 berechtigt zu der Annahme, daß diese Frühmesse auf die Gründungszeit der Pfarrei zurückgeht. Im Schlüsselfelder Pfarrbuch von 1617 werden noch Felder und Wiesen dieser Frühmesse aufgeführt.
Neben der Frühmesse folgte in Schlüsselfeld die Errichtung einer "Mittelmesse", die der Bürger Konrad Leyderbach stiftete. Nach der Bestätigungsurkunde des Bischofs Rudolph zu Würzburg aus dem Jahre 1484 war sie eine einfache Priesterpfründe ohne Verbindlichkeit zur Seelsorge. Der Mittelmesser hatte wöchentlich 3 hl. Messen zu lesen, dem übrigen Gottesdienst beizuwohnen, sich am Ort seiner Pfründe aufzuhalten und dem Pfarrer von Schlüsselfeld die schuldige Achtung und Ehre zu erweisen. Das Präsentationsrecht hatten Schultheiß, Bürgermeister und Rat der Stadt. In diesem Stiftungsbrief wird erstmals urkundlich die „Capelle zu den hl. 14 Nothelfem“ erwähnt (heute Marienkirche), wo die 3. wöchentliche Messe zu halten war.
Das Schlüsselfelder Stadtbuch berichtet, daß der Rat der Stadt im Rahmen seines Präsentationsrechtes im Jahre 1563 mit Einwilligung des Würzburger Bischofs das Einkommen der Mittelmesse für die Schule "gemeiner Stadtkinder zu Lehr, Aufzucht, wachsender guter Sitten und Tugenden" verwendete, nachdem der letzte Mittelmesser resigniert hatte.
Aus einem Bericht des Pfarrer Herbert an das Ordinariat Würzburg aus dem Jahre 1736 ist bekannt, daß von dem ehemaligen reichlichen Vermögen nichts mehr vorhanden war. 1565 hatten Bürgermeister und Rat noch eine Wiese dieser Stiftung verkauft und mit dem Erlös den baufälligen Turm der Pfarrkirche reparieren lassen.
Neben vielen Jahrtagen, die teilweise auf die Gründungszeit der Pfarrei zurückgehen, hat 1522 die Ehefrau des Zöllners Peck für sich und ihren Ehemann eine Freitagsmesse (oder Kreuzmesse) an den Mittelaltar der Pfarrkirche gestiftet.
Noch heute wird in regelmäßigen Abständen am Freitag ein "Amt zum Gedenken ehemaliger Stifter" zelebriert.