Amtseinführung von Pfarrer Schupp (Pressetext)

Die Schlüsselfelder Katholiken mussten lange auf die Besetzung der vakanten Stelle warten. Pfarrer Erhard Schupp sieht sich als Omnibusfahrer für die Menschen an den Haltestellen des Lebens. Er will Pfarrer für alle Menschen sein
„Nehmen Sie Ihren Pfarrer als kostbares Geschenk an!“ Dekan Kilian Kemmer legte diese ernsten Worte den Pfarrgemeinden von Schlüsselfeld, Aschbach und Reichmannsdorf ans Herz. Nach einem Jahr der Vakanz haben sie in Erhard Schupp einen neuen Seelsorger bekommen.
Die Amtseinführung des lang ersehnten Pfarrers am Sonntagnachmittag war ein freudiges Ereignis. Nicht nur für die drei Pfarrgemeinden, sondern darüber hinaus für den gesamten Seelsorgebereich „Maria im Dreifrankenland“ und das Dekanat Höchstadt. Entsprechend groß war die Beteiligung. Eine Reihe von Mitbrüdern, Bürgermeister und Honoratioren der Stadt wie auch die evangelischen Pfarrer von Aschbach und Mühlhausen begrüßten den neuen Pfarrer.
Sportgerät von den Kleinsten
Als erste aber empfingen die Kleinsten aus dem kirchlichen Kindergarten den Seelsorger. Symbolische Gaben, darunter ein Sportgerät – „weil er künftig viel Kraft benötigt“ –, hatte der Kindergarten mitgebracht. Mit einem herzlichen Willkommensgruß überreichte ihm Kirchenpfleger Karl Pröls den Schlüssel zur Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer. In der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche begrüßten Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gunda Strickroth und Pater Gabriel Ramos den neuen Seelsorger.
Dekan Kemmer stellte Pfarrer Schupp vor und nahm ihm sein Versprechen ab. Danach war es Kemmer eine Herzensangelegenheit, allen zu danken, die dieses „Jahr der Herausforderung und Prüfung“ ohne Pfarrer gemeistert hatten. Allen voran galt sein „Vergelt’s Gott“ Padre Gabriel Ramos, der unermüdlich tätig war, um das Gemeindeleben aufrecht zu erhalten. Kemmers Dank galt auch den Diakonen Burkhard Farrenkopf und Georg Paszek wie der Vielzahl von ehrenamtlichen und festen Mitarbeitern. Sie alle hätten Verantwortung übernommen und dafür Sorge getragen, dass die Gemeinde das Kirchenjahr wie gewohnt feiern konnte. Selbst der Bau des neuen Pfarrzentrums sei während dieser Zeit vollendet worden und die Kirchenverwaltungen hatten sich neu konstituiert.
„Du triffst auf eine lebendige Gemeinde!“, richtete sich der Dekan an Pfarrer Schupp. Sie werde auch künftig mit ihrem Pfarrer anpacken und ihr Apostolat leben. An die Gemeinde richtete Kemmer die Bitte, den neuen Pfarrer nicht gleich zu überfordern. Dekan Kemmer forderte auch zu regem Kirchenbesuch auf, denn dieser werde in Zukunft eine Rolle spielen, „ob Gemeinden einen Priester verdienen und brauchen“.
Mitstreiter sind nötig
Dann trat Pfarrer Schupp mit seiner ersten Predigt vor seine Pfarrmitglieder. Ausgangspunkt war ein Omnibus, den ihm seine Ministranten zum Abschied geschenkt hatten. Omnibus, aus dem Lateinischen kommend, bedeute „für alle“, erklärte der Prediger. Der Pfarrer sei nicht Priester für sich, sondern ein Omnibusfahrer für alle Menschen, die an den Haltestellen des Lebens warten. Er wolle sich mühen, ein Pfarrer für alle, für Jugendliche und Senioren, für Kinder und Familien, für Fortschrittliche und Traditionsgebundene, für Glückliche und menschlich Gescheiterte, für Brautpaare und Geschiedene zu sein. Dennoch sei ein Pfarrer kein „Allroundman“. Ja, der Dienst könne sogar provozierend sein und der Pfarrer sich „zwischen die Stühle setzen“.
Um all die vielen Menschen einzulassen, brauche er Mitreisende, die ihm dabei helfen. „Dass dieses Busunternehmen einen wunderbaren Chef hat, der neben uns sitzt“, sei ständige Ermutigung. Jesus Christus greife in den unübersichtlichen Kurven des Schicksals, im Tunnel der Enttäuschung, auf dem Glatteis der schwierigen Fragen helfend ins Steuer. „Fahren wir gemeinsam dem Ziel, Jesus Christus entgegen“, forderte Pfarrer Schupp seine Zuhörer auf.
Zur Person Erhard Schupp
Geboren wurde Pfarrer Erhard Schupp 1950 in Neuwied am Rhein. Über das Theresianum kam er in die Erzdiözese Bamberg, wo er 1983 im Dom zum Priester geweiht wurde.
Stationen seines Wirkens als Kaplan waren unter anderem Lichtenfels, Bayreuth und Burgebrach. Seit 1988 wirkte er als Pfarrer in Ludwigsstadt. Darüber hinaus waren ihm weitere Pfarradministrationen im Pfarreiverbund Rennsteig anvertraut.