Zum Inhalt springen

Bildung von neuen Seelsorgebereichen

Datum:
Veröffentlicht: 7.8.05
Von:
Diakon Burkhard Farrenkopf,

Erzdiözese ordnet sich auf Verwaltungs- und Pastoralebene neu

Solche und ähnliche Schlagzeilen stehen gegenwärtig in der Tages- und Bistumspresse. Und damit treffen sie einen Punkt, der im Moment ganz oben auf der Liste der Aufgaben zu finden ist, die unser Erzbistum zu bewältigen hat. Was sind die Ursachen? Wer mit wem? Was wird sich bei uns in Schlüsselfeld ändern?

Solche und ähnliche Schlagzeilen stehen gegenwärtig in der Tages- und Bistumspresse. Und damit treffen sie einen Punkt, der im Moment ganz oben auf der Liste der Aufgaben zu finden ist, die unser Erzbistum zu bewältigen hat.

Ursachen:

Wie Sie sicher wissen, beschäftigen die Kirche - nicht nur in Bamberg - seit einiger Zeit schon Finanznöte. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, im Detail können sie hier auch nicht genannt werden. Der Hauptgrund jedoch ist der Rückgang der Kirchensteuermittel, aus denen die Erzdiözese den größten Teil ihres Haushalts bestreitet. Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich:

Es gibt weniger Kirchensteuerzahler (höherer Altersdurchschnitt der Bevölkerung, zurückgehende Katholikenzahlen, Kirchenaustritte von Christen mit höherem Einkommen, hohe Arbeitslosigkeit) und die Steuersätze für Lohn- und Einkommensteuer, mit denen die Kirchensteuer verknüpft ist, sinken allgemein ab. Weiterhin steigen natürlich wie in anderen personalintensiven Bereichen die Aufgaben für Personal ( Lohnkosten ) an.

Im Jahre 2007 wäre die Erzdiözese unter diesen Voraussetzungen finanziell handlungsunfähig, d. h. es müssten Kredite in Millionenhöhe aufgenommen werden, um fällige Zahlungen begleichen zu können. Dem soll entgegengewirkt werden.

Aber auch auf der Ebene der Pastoral stehen schon seit einiger Zeit Änderungen an: Der Pastoralplan: "Den Aufbruch wagen. Heute!", den Erzbischof Dr. Schick am Anfang des Jahres verabschiedet hat, ist dafür Maßgabe.

Wir in Schlüsselfeld:

Natürlich ist auch die Pfarrei Schlüsselfeld mit ihren Filialen in diesen Prozess der Neustrukturierung mit eingebunden: Ab Januar 2007 sollen für die pastorale und finanzielle Verwaltung und Schwerpunktsetzung nach vorgegebenen Regeln „Seelsorgebereiche" gegründet werden. Diese werden mehrere Pfarreien eines Gebietes umfassen. Die Anforderungen der Zusammenarbeit in der Seelsorge und in der Verwaltung können von den beteiligten Pfarreien aus drei verschiedenen Modellen gewählt werden. Wahl und Abstimmung darüber erfolgen dabei in den Gremien Pfarrgemeinderat ( PGR ) und Kirchenverwaltung ( KV ) und durch den jeweiligen Ortspfarrer. Bereits bis Februar 2006 müssen die in einem Seelsorgebereich zusammengeschlossenen dafür einen Kooperationsvertrag schließen.

An diesen Aufgaben ( Wer mit wem? Welche Vertragsform? arbeiten die Gremien bereits mit Hochdruck und werden Sie informieren, bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden.

Wer mit wem?

Momentan sind in unserem zukünftigen Seelsorgebereich folgende Pfarreien miteinander im Gespräch: Geiselwind, Aschbach, Schlüsselfeld, Reichmannsdorf, Elsendorf, Wachenroth, Breitenlohe und Appenfelden.

Im Dekanat Höchstadt wird es voraussichtlich drei Seelsorgebereiche geben, wobei unser Bereich der flächenmäßig größte und der Bereich um Höchstadt der mit den meisten Katholiken sein wird.

Alle beteiligten Pfarreien haben dazu eine Projektgruppe aus PGR und KV gebildet, die notwendige Beschlussvorlagen erarbeitet.

Was wird sich ändern?

Details wissen wir natürlich noch nicht, dennoch kommen in Verwaltung und Seelsorge Veränderungen auf uns zu. Die Wichtigste: Die Teams aus Hauptamtlichen ( Priester und pastoraler Dienst ) sowie der gewählten Räte werden auf Ebene des Seelsorgebereiches enger zusammenarbeiten. Und: Keine Pfarrgemeinde braucht Angst um ihre Selbständigkeit zu haben. Bei allen Modellen, die für unsere Region momentan diskutiert werden, bleibt die Eigenständigkeit der Kirchenstiftungen erhalten. Ober die Zahl von Priestern und hauptamtlichen pastoralem Personal gibt es noch keine definitiven Aussagen, dennoch wird es hier kurzfristig keine durchgreifende Reduzierung geben. – Im Einzelfall können jedoch Einschränkungen (vor allem auf die Zukunft hin) nicht ausgeschlossen werden. Wie gesagt: Ängste braucht deswegen gegenwärtig niemand zu haben - vor allem, wenn wir die guten Voraussetzungen bedenken, die wir in den vergangenen Jahren für unsere Pfarreien erarbeitet haben (bspw. Haupt- und ehrenamtl. Ansprechpartner, Wortgottesdienstleiter und einen guten Stamm von kreativen und engagierten ehrenamtlichen Mitarbeitern ).

Gemeinsam den Aufbruch wagen - Gemeinsame "Schätze" neu ) entdecken:

Schon immer hat die Kirche sich in ihrer Geschichte veränderten Situationen stellen müssen und ist an diesen auch gewachsen. So wird es in diesem Prozess ebenfalls sein.

Schon immer hat die Kirche den Beistand des Geistes Gottes gerade in solchen Zeiten gebraucht und letzlich auch erhalten.

Schon immer seit der Zeit des Alten Testamentes hat sich Kirche als "Kirche und Menschen unterwegs" verstanden. Das hieß, Wesentliches und die Richtung zu behalten, aber sich stets neu auf den Weg zu machen. Und da gab es auch in biblischen Zeiten schon heftige Diskussionen und Erfahrungen, die Menschen letztlich besonders zusammengeschweißt haben.

Für uns heißt das in der jetzigen Situation: Mit nach vorne und über den eigenen Kirchturm hinweg zu schauen und auch diesen Weg mit zu gehen. Dazu und auch zum besonderen Gebet in dieser Situation möchte ich Sie besonders ermutigen. Dazu, dass unsere Gemeinden und unsere Kirche weiterhin attraktiv bleiben und vielleicht auf ganz andere Weise neu werden.

Diakon Burkhard Farrenkopf,
Strukturberater für die Dekanate Ansbach, Neustadt/Aisch u. Höchstadt