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Das Buch ist immer noch gefragt

Datum:
Veröffentlicht: 15.3.06
Von:
ps

Die katholische Bücherei in Schlüsselfeld kann sich auch nach 25 Jahren gegen die elektronischen Medien behaupten. In diesem Jahr soll die Einrichtung im Umfeld der Pfarrkirche ein eigenes Haus bekommen.

Pressebericht von Evi Seeger (Fränkischer Tag vom 06.11.2006)

9000 verschiedene Medien stehen zur Verfügung. 20 000 Ausleihungen sind bereits in diesem Jahr zu verzeichnen! Die katholische öffentliche Bücherei Schlüsselfeld, geleitet von Christina Wittenbauer und Sabine Litz, kann sich sehen lassen. Am 8. November 1981 aus der Taufe gehoben, ist das Kind nach den Worten von Pater Gabriel Ramos „erwachsen geworden und erfreut sich bester Gesundheit“.

Ihr 25-jähriges Bestehen feierte die öffentliche Bücherei am gestrigen Sonntag mit vielen Gästen aus Kirche und Kommune. Unter ihnen weilten auch der ehemalige Schlüsselfelder Pfarrer, Domkapitular Otto Münkemer, und Diözesanbibliothekarin Gabriele Essler vom Michaelsbund.

Die Prophezeiung, mit den elektronischen Medien halte die „papierlose Gesellschaft“ Einzug, sei nicht eingetroffen, betonte Bürgermeister Georg Zipfel beim Festakt. Das Gegenteil sei der Fall. Noch nie zuvor seien so viele Bücher auf den Markt gekommen wie zur Zeit. Und dies zu Recht, findet Zipfel. Das Buch lasse – im Gegensatz zum Film – der Phantasie freien Raum.

Für die „hervorragend funktionierende Bücherei“ zeigte sich das Stadtoberhaupt sehr dankbar. Werde mit ihr doch der Stadt eine Aufgabe abgenommen. Denn eine Bücherei gehöre auf jeden Fall zu den Einrichtungen, die von einem Gemeinwesen wie der Stadt gefordert werde. Mit der katholischen öffentlichen Bücherei sei eine „fruchtbare Allianz“ zwischen Kirche und Kommune gebildet worden. Den ehrenamtlichen Büchereiteams von der Gründung bis zum heutigen Tag dankte Zipfel besonders herzlich. Bald schon soll die Bücherei im Umfeld der Pfarrkirche – im so genannten „Armenhaus“ – ein neues Domizil bekommen. Zipfel will alles daran setzen, dass der Umbau des Hauses noch in diesem Jahr abgeschlossen wird. Dann könne die Bücherei in ihr eigenes Haus einziehen.

Büchereileiterin Christina Wittenbauer ging beim Festakt auf die Geschichte der Bücherei ein. Deren Initiator war der damalige Pfarrer, Geistlicher Rat Konrad Seeberger. Die Mitarbeiter der ersten Stunde, Wilhelm Schmeer und Barbara Wagner verbrachten mit zahlreichen jugendlichen Helfern viele Monate mit der Bearbeitung des ersten 3000 Bücher umfassenden Bestandes, bis dieser zur Ausleihe bereit stand. Der Bestand wuchs stetig und in den 90er Jahren musste über größere Räume nachgedacht werden. Dank Stadtpfarrer Otto Münkemer konnten nach dem Umzug des Kindergartens einige Räume für die Bücherei umgebaut und im Frühjahr 1998 eingeweiht werden. Gleichzeitig wurde die Bücherei auf EDV umgestellt.

In den Folgejahren wurde der Bestand stetig um CDs, Videos und DVDs erweitert. Das Neueste sind englischsprachige Kinder- und Jugendbücher, die in diesem Jahr dazu kamen. All dies wäre nicht möglich gewesen ohne Zuschüsse der Stadt Schlüsselfeld, des Landkreises, der Erzdiözese und des Freistaates, sagte Wittenbauer, die sich dafür bedankte.

Ihr Dank galt auch allen, die sich in den 25 Jahren ihres Bestehens für die ehrenamtliche Arbeit in der Bücherei begeistern ließen.