Firmlinge lernen die Laufer Mühle kennen
Geschichten über Sucht
Die Firmvorbereitungen in der Erzdiözese Bamberg sind schon seit etlichen Monaten in vollem Gange. Neben Gruppentreffen und verschiedenen Aktionen stehen in den unterschiedlichen Seelsorgebereichen auch Besuche von sozialen oder kirchlichen Institutionen der Region auf dem Programm.
Diakon Hans Scherbaum vom Seelsorgebereich "Maria im Dreifrankenland" Schlüsselfeld-Aschbach holte sich dazu Anregungen von Firmvorbereitungsteams der früheren Jahrgänge und bekam den Tipp, mit seiner Firmgruppe doch mal die Suchthilfe-Einrichtung Laufer Mühle bei Adelsdorf zu besuchen. Obwohl diese in der Region schon recht bekannt ist, haben die meisten Menschen dennoch kaum eine Vorstellung davon, wie eine Suchttherapie abläuft und was das für Menschen sind, die sich in der Laufer Mühle von ihrer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit befreien wollen.
Entsprechend gespannt waren die Firmlinge aus dem Seelsorgebereich - von Reichmannsdorf über Geiselwind, Aschbach, Schlüsselfeld und Oberrimbach bis Breitenlohe - als sie sich mit Hans Scherbaum auf den Weg in den Aischgrund machten.
Sigrid Thiem, die in der Therapieeinrichtung unter anderem für Suchtvorbeugung, Fort- und Weiterbildung, Marketing und den Verlag zuständig ist, erzählte den jungen Leuten, welche Menschen in der Laufer Mühle Unterstützung suchen, und gab eine kurze Einführung. Anschließend bekam die Gruppe eine Führung durch die Einrichtung. Verena, derzeit Bewohnerin der Laufer Mühle und Teilnehmerin an einem IHK-Lehrgang zum soziotherapeutischen Assistenten, gab einen Einblick ins therapeutische Leben und die Möglichkeiten, die die Laufer Mühle bietet. Besonders aufmerksam verfolgten die Firmlinge die Führung, als Verena aus ihrer Lebensgeschichte erzählte.
Sucht kann jeden treffen. Therapie kann jeden heilen. "Wichtig ist es dabei", so Thiem, "dass man Halt findet: in einer Gemeinschaft, in seinen eigenen Talenten und Fähigkeiten, in einem gesunden Körper und einem gesunden Geist - und in Gott". All diese Dimensionen fänden in der Laufer Mühle Beachtung. Deshalb gibt es neben Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten auch Angebote zu Sport, Freizeit und Spiritualität.
Die Firmlinge waren sichtlich beeindruckt - vor allem von Verenas Offenheit. Diese würdigten sie mit einem herzlichen Applaus. Diakon Hans Scherbaum fasste den Nachmittag zum Abschluss mit treffenden Worten zusammen: "Unser Firmmotto lautet: ,Gott nahe zu sein ist mein Glück.‘ (Psalm 73). Gott will besonders den notleidenden Menschen nahe sein, durch Einrichtungen wie beispielsweise die Laufer Mühle. Hier wird das Firmmotto konkret erfahrbar. Verena machte es ja deutlich, indem sie es als ein großes Glück bezeichnete, hier sein zu dürfen."
Quelle: Fränkischer Tag, 12. Juni 2017