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Papstsonntag mit Erzbischof em. Schick im Bamberger Dom:„Glücklich regiert der Papst“

Acht Priester stehen inklusive Bischof Schick um den Altar
Datum:
Veröffentlicht: 11.5.26
Von:
Harry Luck

Bamberg. Ein Jahr nach der Papstwahl hat der emeritierte Erzbischof Ludwig Schick Leo XIV. als „moralische Autorität“ in einer zerrissenen Welt gewürdigt. Unaufgeregt, mit demütigem Selbstbewusstsein und Weitblick übe er das höchste Leitungsamt in der katholischen Kirche aus, sagte Schick in einem Festgottesdienst im Bamberger Dom zum Papstsonntag, an dem auch Abordnungen der päpstlichen Orden und Studentenverbindungen teilnahmen.

Schick erinnerte in seiner Predigt daran, dass das Bistum Bamberg schon seit seiner Gründung durch Heinrich und Kunigunde eng mit dem Papst verbunden sei, auch durch das einzige Papstgrab nördlich der Alpen.

Leo XIV. führe die Initiativen von Papst Franziskus fort und setze zugleich eigene Akzente. Wie Papst Franziskus erinnere Leo daran, dass die Armen von Gott geliebt werden und Anteil haben müssen an den Gütern der Welt. Auch den Synodalen Prozess in der Weltkirche führe er weiter. Er solle bewirken, dass alle Gläubigen in die kirchlichen Aufgaben und Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Der Friede auf der ganzen Erde sei für Papst Leo XIV. der wichtigste Programmpunkt seines Pontifikats. Er habe sich und den Vatikan als Vermittler in den Kriegen und Konflikten zwischen Russland und der Ukraine, zwischen Israel, den Palästinensern und dem Libanon sowie im Sudan angeboten. Er setze auf Diplomatie und habe sich mit klaren Worten gegen Krieg und Waffengewalt ausgesprochen, was zu heftigem und polemischem Widerspruch des amerikanischen Präsidenten geführt habe.

Schick räumte weiter ein, dass Leo die großen Reform-Erwartungen mancher enttäuscht habe: Er habe deutlich gemacht, dass Synodalität und Reformen nicht bedeuten, die kirchliche Lehre zu verändern. Er dämpfe die Hoffnungen jener, die sich eine baldige Zulassung von Frauen zur Priesterweihe wünschen. „Wenn er sich kritisch zur Segnungsfeier für homosexuelle Paare in Deutschland äußert, dann sagt er im gleichen Atemzug aber auch, dass alle Menschen von Gott geliebt sind und von der Kirche wertgeschätzt werden.“ Als oberster Brückenbauer habe Papst Leo die Einheit der Weltkirche im Blick, sagte Schick.

Schick erinnerte daran, dass bei seinem Studium in Rom vor fast 50 Jahren immer üblich war, bei der Nennung des Namens des Papstes hinzuzufügen: „feliciter regnans“ – „glücklich regierend“. Das sei sowohl Beschreibung als auch Wunsch gewesen. „Glücklich regiert Papst Leo XIV. Möge ihm dies auch weiterhin gelingen“, so Erzbischof Schick.