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Heiliges Grab nach 36 Jahren wieder in der Marienkirche

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Datum:
Veröffentlicht: 22.3.05
Von:
Georg Paszek

Neugestaltete Grabhöhle mit zeitgenössischen Kunstwerken

An diesem Karfreitag wird seit Jahrzehnten erstmals wieder ein „Heiliges Grab“ in der Schlüsselfelder Marienkirche aufgebaut. Bis zum Beginn der umfangreichen Renovierungsarbeiten des barocken Kleinodes „Klein Maria Zell im Steigerwald“ im Jahre 1969 befand sich das traditionsreiche Heilige Grab der Pfarrei Schlüsselfeld in der Marienkirche. 

 

Es entsprach den Vorstellungen der Barockzeit, während der in Süddeutschland die Darstellungen der Grablegung Christi mit Triumphbögen versehen und zunehmend zu einer Art pomphafter Theaterkulisse wurden. Die erst vor kurzem wieder entdeckten (noch verbliebenen) Bestandteile weisen allerdings auch Spuren des sog. Nazarener-Stils auf. Während dieser Zeit (um 1904) wurde die Marienkirche grundlegend renoviert und auch mit damals aktuellen Stilelementen wie beispielsweise dem Kreuzweg und verschiedenen mittlerweile wieder entfernten Malereien ausgestattet. Diese Stilrichtung schlug sich scheinbar auch in der Gestaltung des Heiligen Grabes nieder.

 

Von der Beliebtheit der Grabesdarstellung Christi in der Marienkirche zeugt beispielsweise das aus dem Jahre 1931 stammende gedruckte Betstundenheft „Karfreitag in der Marienkapelle Schlüsselfeld“ und die Tatsache, dass bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Kommunionkinder für die Zukunft den Auftrag bekamen, eine genau festgelegte Betstunde am Tag der Ewigen Anbetung in der Pfarrkirche oder eine der Betstunden am Heiligen Grab in der Marienkirche zu besuchen.

 

Seit 1969 wurde das Heilige Grab in stark vereinfachter Form in der Filialkirche Thüngfeld aufgebaut. Wahrscheinlich trugen neben den Renovierungsarbeiten der Marienkirche auch die Veränderungen im Rahmen der Liturgiereform dazu bei, dass die überlieferte Form in Vergessenheit geriet.

 

Nachdem zur Zeit die Thüngfelder Kirche wegen der Sanierung geschlossen ist, ergab sich die Notwendigkeit, das Heilige Grab (wieder) in der Marienkirche aufzustellen. So wird mit dem Textilkunstwerk „Weg der Barmherzigkeit“ der aus Schlüsselfeld stammenden und bereits verstorbenen Künstlerin Gudrun Pfrogner eine Grabeshöhle gestaltet, auf der das Allerheiligste in der vom Schlüsselfelder Walter Pröls geschaffenen Dornenkronenmonstranz aufgestellt wird. Grüne Sträucher und Lorbeerbäume verweisen auf die Landschaft Palästinas und machen so das Geschehen des Karfreitags deutlich. Traditionsgemäß bleiben am Karfreitag die Altäre ohne jeglichen Schmuck, so dass ausschließlich das Heilige Grab im Mittelpunkt steht.  

 

Beim „Weg der Barmherzigkeit“ handelt es sich um eine vielfach von Hand bedruckte Stoffbahn mit traditionellen und modernen Werken der Barmherzigkeit, die Jesus uns vorgelebt und aufgetragen hat. Gudrun Pfrogner erstellte dieses Werk für die Fastenkunstreihe 1997 in der Pfarrkirche. 

 

Die Marienkirche ist am Karfreitag während des Tages geöffnet. Nach der Liturgie um 15.00 Uhr in der Pfarrkirche zieht die traditionelle Karfreitagsprozession zur Marienkirche. Die sich anschließende stille Anbetung endet um 18.30 Uhr mit der Heilig-Grab-Andacht „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“. Auch am Karsamstag sowie an den Osterfeiertagen kann das Heilige Grab besucht werden.