"Ja-Sager im Sinne des Evangeliums sein"

"Eine festliche Tafel, eine Stätte des Friedens, die Mitte unseres Lebens", heißt es im Weihegebet, das Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick bei der Konsekration des neuen Volksaltars in der Thüngfelder Kirche sprach.
Mit der Einweihung feierte die Kirchenstiftung Thüngfeld den Abschluss der Generalsanierung ihres Gotteshauses Sankt Bartholomäus. Höhe- und Mittelpunkt der Feier war die Weihe des neuen Volksaltars und des Ambos durch den Bamberger Oberhirten.
Hell und strahlend festlich präsentierte sich das Gotteshaus mit seiner barocken Ausstattung nach Monaten des Umbaus. Auch der Christ müsse "sich immer wieder auf Hochglanz bringen lassen", wandte sich der Erzbischof an die Gläubigen. Nur dann, wenn sich die Pfarrfamilie hier versammle, um ihr Christsein zu feiern und sich stärken zu lassen, habe dieses Haus einen Sinn.
Mit ihrer Thüngfelder Filialkirche feierte auch die Schlüsselfelder Pfarrei Sankt Johannes der Täufer, deren Chor das Gotteshaus mit festlichem Klang erfüllte, die gelungene Renovierung und Wiedereinweihung.
Umfassend waren die Arbeiten, über deren Umfang bereits im Jahr 1995 mit dem damaligen Pfarrer Otto Münkemer nachgedacht wurde. Unter anderem stand die Neufassung der Altäre, die Neugestaltung des Chorraums, Neuverlegung des Fußboden, die Erneuerung der Elektroinstallation, die Restaurierung der Kreuzwegstationen, Maler- und Verputzarbeiten und vieles mehr an.
Pfarrer Norbert Geyer zeigte sich in seinen Begrüßungsworten glücklich, dass all dies hervorragend gelungen ist. Die Gottesdienste in der Thüngfelder Kirche, die während der Umbauphase nicht möglich waren, habe man in der Gemeinde sehr vermisst.
Mit dem Erzbischof und Pfarrer Geyer feierten den Weihegottesdienst Pater Gabriel Ramos und Diakon Georg Paszek aus Schlüsselfeld, sowie die aus der Pfarrei stammenden Priester Franz Noppenberger und Veit Dennert. Aus den Nachbarpfarreien hatten sich Pfarrer Tottankara aus Reichmannsdorf, Pfarrer Gebhardt aus Sterpersdorf, Pater Richard aus Geiselwind und Pater Stephan aus Wachenroth um den neuen Altar versammelt. An der Einweihung nahm auch der evangelische Geistliche, Pfarrer Dr. Gernot Garbe aus Aschbach teil.
Die Erneuerung des Taufversprechens durch die Gemeinde leitete die Weihezeremonie ein. Die Taufe sei "das Grunddatum des Christseins" sagte Erzbischof Dr. Schick. Dies drückt sich ganz besonders im Ritus der Altarweihe aus. Zunächst segnete der Konsekrator das Wasser, mit dem er anschließend den Altar und die Gemeinde besprengte. Es folgten die Anrufung der Heiligen der Kirche in der Allerheiligenlitanei. Reliquien der heiligen Amanda und des heiligen Theodor wurden im Fuß des neuen Volksaltars eingelassen.
Diözesanarchitekt Herbert van Beek, der den neuen Altar auch entworfen hat, verschloss das Reliquiengrab. Nach der Salbung mit heiligem Chrisam entzündeten Mitglieder der Gemeinde fünf Lichter - Symbol der Wunden Jesu - auf dem Altartisch.
In seiner Predigt dankte der Erzbischof allen, die sich für dieses Werk eingesetzt haben. Ganz besonders den freiwilligen Helfern, die viele Stunden in der Kirche gearbeitet hatten. Aufbauend auf das Tagesevangelium forderte der Erzbischof die Gläubigen auf, Ja-Sager im Sinne des Evangeliums zu sein und ihre "Ja-Sagungen" auch zu vollbringen. Immer wenn sie die frohe Botschaft hören, sollten sie sich vorstellen, dass Jesus selbst am Ambo "ganz persönlich" zu ihnen spreche.
Kirchenpfleger Winfried Gerner wies auf die vielen Hürden hin, die seit 1995 für die umfassende Kirchenrenovierung überwunden und die vielen Meinungen, die gehört werden mussten. Letztendlich hätten sich Geduld und Mühen aber gelohnt. Der Dank des Kirchenpflegers galt allen freiwilligen Helfern für ihren Einsatz, wie auch allen Spendern. Dank sagte Gerner auch dem Erzbischöflichen Ordinariat für die Finanzhilfe, wie dem Bauamt für die stets freundliche Mitarbeit und Unterstützung während der Renovierung.
Quelle: von Evi Seeger im FTHöchstadt vom 27.09.05