Klagemauern schenken Trost
Eine Klagemauer!
Werkönnte in Zeiten wie diesen nichts damitanfangen. Wie tröstlich, Probleme und Nöte in den Ritzen der Steine einfach „wegzustecken“. Noch tröstlicher, sie imFeuer der Osternacht einfach in Rauchaufgehen zu sehen.In der Thüngfelder Kirche Sankt Bartholomäus hat Bernadette Krug diese Möglichkeitgeschaffen. Auch in derSchlüsselfelder Pfarrei Sankt Johannes und Sankt Marien Aschbach wird es bis zur Osternacht Klagemauern geben. Ungelesen werden die Gebete der Gläubigen dann dem Osterfeuer übergeben. Die Thüngfelderin, die zusammen mit ihrem Mann Josef Krug den Mesnerdienst ausübt, hat jede Menge Ideen.
Weil in der Pandemie-Zeit soziale und persönlicheKontakte nur eingeschränkt möglich seien. Damit rücke auch die Pfarrgemeinde –zumindest räumlich– auseinander. Krugs Wunsch ist jedoch, dass die Kirche als Mittelpunkt und Herz der Ortschaft trotz Pandemie „mit Leben erfüllt ist“. Deshalb ist das Gotteshaus täglich geöffnet. Dass die Menschen ein starkes Bedürfnis nach diesem Ort haben, merkt Bernadette Krug nicht nur an der Zahlder Kerzen, die in der Feuerschale brennen. Auch das Feedback aus der Gemeinde gibt ihren Aktivitäten Recht. Auch deshalb hat sie eine „Passions-krippe“ initiiert, auf der in sechs Bilderndie Leidensgeschichte Jesu dargestellt ist.Die „Kulissen“ dafür hat Christof Stahl, ein Schlüsselfelder Künstler, in Acrylfarben auf Leinwand gemalt. Dominant ist dabei die Farbe Lila. Lila sei besonders beruhigend, findet Stahl. Die Passionsbilder sollen die Gläubigen anregen, in stiller Meditation den Leidensweg Jesu mitzugehen. In die Bilder hat Krug Figuren aus Papier, die einem Bild des TirolerMalers Josef Arnold dem Älteren (1788 bis 1879) entnommen sind, eingefügt. Vorbereitungen hat Krug auch für den Tag der Ewigen Anbetung am14. März getroffen. Da es zur Zeit nicht möglichsei, wie gewohnt Anbetung zu feiern, hat sie mit ihremTeam Betstunden eingelesen, die über Lautsprecher in der Kirche zu hören sind. Die Andachts stunden von je dreißig Minuten beginnen am Vormittag um9 Uhr mit der Aussetzung des Allerheiligsten und werden am Nachmittag wiederholt. Die Kirchenbesucher werden um Einhaltung der Hygienevorschriften und um das Tragen einer FFP2-Maske gebeten. „Gott erkennt Sie auch mit Maske“, ist sich Bernadette Krug sicher.
(Text Evi Seeger)