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Margot Feller aus Schlüsselfeld war zehn Monate als Missionarin auf Zeit auf der Insel Sansibar

Datum:
Veröffentlicht: 22.1.03
Von:
Thomas Eck / Quelle: Homepage Erzbistum / tm

Vortrag am 07. Februar um 20.00 Uhr im Pfarrsaal

Von ihrem Aufbruch nach Afrika berichtete das Heinrichsblatt. Seit einigen Wochen ist die 29-Jährige von ihrem Aufenthalt auf der Insel Sansibar wieder zurück. Der Kirchenzeitung schilderte die junge Frau Eindrücke und Erlebnisse. Diavortrag von Frau Feller über Sansibar am Freitag, 07.02.2003 im Pfarrsaal Schlüsselfeld
Margot Feller aus Schlüsselfeld war zehn Monate lang „Missionarin auf Zeit“, mitfinanziert durch das Erzbistum Bamberg. Von ihrem Aufbruch nach Afrika berichtete das Heinrichsblatt. Seit einigen Wochen ist die 29-Jährige von ihrem Aufenthalt auf der Insel Sansibar wieder zurück. Der Kirchenzeitung schilderte die junge Frau Eindrücke und Erlebnisse.
Gut ein Dutzend Filme hat Margot Feller auf Sansibar geknipst. Die Pakete mit den Bildern bilden einen kleinen Turm auf dem Tisch. Mehr als 400 Bilder dürften es sein. Die Fotos zeigen die 29-Jährige „mit den afrikanischen Schwestern vom Orden des Kostbaren Blutes, im Kreise ihrer afrikanischen Freunde, das Seniorenheim in Welezo, Aufnahmen aus einem Gottesdienst und herrliche Sandstrände. „Ich hatte so viele Erlebnisse auf Sansibar, die kann man auf Fotos gar nicht festhalten.“
Die Schlüsselfelderin erzählt von ihrer Arbeit im Altenheim: Margot Feller half mit, 73 ältere Frauen und Männer zu betreuen. Oberin Schwester Teresina leitete den Pflegedienst, unterstützt von Schwester Gema und Schwester Assumpta. Rund 50 Angestellte arbeiteten im Schichtbetrieb, die gelernte Physiotherapeutin war die einzige Weiße im Team. „Da hatte ich manchmal Privilegien, die ich eigentlich gar nicht wollte.“ Zum Beispiel durfte sie bei Bekannten-Besuchen der Schwestern mit ins Haus, während die anderen Begleiter draußen warten mussten.
Tagesablauf
Um sechs Uhr früh begann der Tag für die „Missionarin auf Zeit“ mit dem Stundengebet in der Kapelle. Nach dem Stundengebet wurde eine heilige Messe in der Kirche gefeiert, zelebriert von einem Priester aus dem Bischofshaus von Sansibar-Stadt. An dem Gottesdienst nahmen die Senioren, die Angestellten und Leute aus dem Dorf teil. Margot Feller schwärmt: „Ich liebte die Gesänge und die Gebete auf Suaheli. Sie waren alle so schön melodisch und gaben mir Kraft für den Tag.“ Das Frühstück stärkte dann für den langen Arbeitstag, der um acht Uhr begann und erst um 19 Uhr so richtig zu Ende war.
Die Aufgaben am Vormittag lauteten: Helfen in der Milchkammer und das Austeilen des Frühstücks an die Senioren. Die 29-Jährige bot dazu Gruppengymnastik an. Bis zu 15 Senioren nahmen daran teil. „Es war eine richtig nette Gruppe, eine schöne Gemeinschaft.“ Kleine Erfolgserlebnisse hatte Margot Feller mit ihren Einzelübungen. Da war zum Beispiel „Patient“ Mzee Paul: Er hatte sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen. „Wir haben es mit kleinen Übungen geschafft, dass er wieder alleine sitzen und laufen kann.“
Um 12 Uhr wurde in der Kapelle das Mittagsgebet gesprochen, danach war Mittagspause. Um 13 Uhr bekamen die Senioren das Essen gereicht. „Im Zwei-Tages-Rhythmus gab es Reis, rote Bohnen oder Ugali-Maismehl mit Spinat oder Gemüse. An Festtagen gab es Fisch oder das Nationalgericht „Pilau (Gewürzreis)“, berichtet Margot Feller. Von 14 bis 16 Uhr war „große Siesta“ angesagt. „Bei gut 40 Grad im Schatten war die auch nötig.“ Um 16 Uhr betete sie mit den Schwestern den Rosenkranz und das Stundengebet. Danach ging die junge Frau zu den weiblichen Bewohnern, um mit diesen ein bisschen zu plauschen – auf Suaheli.
Die Landessprache hatte sich Margot Feller bereits in Deutschland in Grundzügen angeeignet. Auf Sansibar erweiterte sie ihren Wortschatz durch einen Sprachkurs. „Ich unterhielt mich gern mit den Leuten. Sie zeigten sich unheimlich dankbar für jedes einfache Wort und jede Umarmung.“ Denn viele Seniorenheimbewohner waren absolut allein auf der Insel, bekamen niemals Besuch von Freunden oder Verwandten. Sie stammten aus anderen afrikanischen Ländern und waren früher Gastarbeiter auf den Nelkenplantagen.
Die Abende verbrachte Margot Feller vielseitig. Gern traf sich die Schlüsselfelderin mit ihren einheimischen Freundinnen und Freunden. Den guten Kontakt zu Schwester Gema, Oliva, Caro, Martha, Herriet, Aboud, Patricia und Juliet möchte die 29-Jährige auch hier in Deutschland nicht abreißen lassen. Immer wieder erstaunt war die Fränkin von der tiefen Frömmigkeit der Sansibarer.
Ganz angetan war sie von der Osternachts-Feier. „Nur der Vollmond und der Kerzenschein war in der Kirche zu sehen. Düstere, traurige Gesänge bestimmten den Anfang, die dann immer wieder freudiger wurden.“ Das Halleluja „ Jesus lebt, ,Jesus lebt “ habe sie noch nie von so freudigen Menschen singen hören.
Farben
Freundliche Farben hat die „Missionarin auf Zeit“ vor Augen, wenn sie an Sansibar denkt – vor allem gelb und grün, dazu schwarz und blau. „Das sind die Nationalfarben Tansanias, zu der die Insel gehört.“ Für Abwechslung sorgten die zwei Treffen mit anderen „Missionaren und Missionarinnen auf Zeit“ auf dem tansanischen Festland und der Besuch von Freund Udo und ihrer Schwester Carmen.
Zehn Monate Sansibar sind für Margot Feller nicht nur durch die vielen Fotos ein Erinnerungsschatz fürs Leben. „Mir haben die Menschen dort gezeigt, wie gut es einem auch mit wenigen Dingen gehen kann. Sie leben im Hier und Jetzt. Ihr fester Glaube an Gott lässt sie hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.“
 
Am Freitag, den 07. Februar findet um 20.00 Uhr im Pfarrsaal Schlüsselfeld ein Diavortrag von Frau Feller über ihren Aufenthalt in Sansibar statt.
Hierzu ergeht herzliche Einladung!!