Schwestern verlassen Schlüsselfeld

Mit dem Fortgang von Sigtrud Regner und Carissima Göpfert schließt die letzte Station der Erlöser-Schwestern in der Erzdiözese Bamberg ihre Pforten. Seit 106 Jahren war sie feste Einrichtung in der Steigerwald-Stadt.
"Der Schmerz ist uns in die Seele geschrieben", sagte Schlüsselfelds Stadtpfarrer Erhard Schupp bei der Verabschiedung. Mit dem Fortgang der Schwestern Sigtrud Regner und Carissima Göpfert aus Schlüsselfeld schließt die letzte Station der Erlöser-Schwestern in der Erzdiözese ihre Pforten. Seit 106 Jahren gehörte sie zur festen Einrichtung im Steigerwald-Städtchen.
Schwester Carissima widmete sich dort seit 1981 der ambulanten Krankenpflege, wofür ihr die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde. Bei der Verleihung wurden vor allem die Dienste gewürdigt, "die nicht im Rahmen der
Pflegedienstleistungen abgerechnet werden", durchwachte Nächte bei Schwerkranken und Sterbenden, Gebete und Gespräche.
Schwester Sigtrud, seit 1967 im Dienst der Pfarrei Schlüsselfeld, hatte als Leiterin des kirchlichen Kindergartens halb Schlüsselfeld unter ihren Fittichen. Seit 2001 stand sie der Kirche im Gemeindedienst zur Verfügung.
Nach ihrer segensreichen Arbeit im Steigerwald treten die beiden Schwestern nun ihren Ruhestand im Mutterhaus in Würzburg an. "Den Menschen in Schlüsselfeld wird etwas fehlen", sagte Domkapitular Luitgar Göller, Ordensreferent der Erzdiözese, der als Hauptzelebrant den Gottesdienst leitete. Mit ihm und Pfarrer Schupp feierten Pater Gabriel Ramos, die Geistlichen Räte Veit Dennert und Willi Durmann, Siegfried Schrauder, ehemaliger Kaplan in Schlüsselfeld, sowie die Diakone Burkhard Farrenkopf und Georg Paszek.
Darüber hinaus brachten viele Gemeindeglieder, die evangelische Kirche Aschbach-Hohn, Bürgermeister und Stadträte ihren Dank und ihre Anerkennung für die Lebensleistung der Schwestern zum Ausdruck. Unter den vielen, die mit den scheidenden Schwestern zusammen gearbeitet hatten, waren die niedergelassenen Ärzte, Caritasdirektor Gerhard Öhlein und Landtagsabgeordneter Heinrich Rudrof, der den Neubau des kirchlichen Kindergartens begleitet hatte.
"Solche Menschen braucht die Welt", sagte Domkapitular Göller in seiner Predigt. Für glanzvolle Tage finde Gott viele Begeisterte, für unscheinbares Wirken in der Stille jedoch nur wenige. Die Schwestern hätten "sich leer gemacht von sich selbst, um der Liebe Gottes Raum zu geben" und die Schönheit des Christentums zum Leuchten zu bringen. Auf den Dank des Domkapitulars, den er auch im Namen des Erzbischofs aussprach, folgte lang anhaltender Beifall für die beliebten Schwestern.
Der Kindergarten Sankt Johannes hatte sich bereits vor der Kirche von den beiden Schwestern verabschiedet. Zeichen der Rührung machten deutlich, dass auch ihnen der Abschied von Schlüsselfeld nicht leicht fällt.