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Wichtiges Miteinander von Jung und Alt

Kindergarten, Generationenprojekt
Datum:
Veröffentlicht: 2.5.07
Von:
Quelle: Nordbayerische Nachrichten vom 02.05.2007

Kindergarten St. Johannes will mehr Kontakte zwischen den Generationen aufbauen

Zu einem Treffpunkt für Jung und Alt sowie für Menschen unterschiedlicher Herkunft will sich der Kindergarten St. Johannes entwickeln. Am Sonntag wurde in der katholischen Einrichtung das von der Erzdiözese Bamberg geförderte Projekt «Generationen - gemeinsam bewegen wir was» vorgestellt.

SCHLÜSSELFELD (anu) - Zu einem Treffpunkt für Jung und Alt sowie für Menschen unterschiedlicher Herkunft will sich der Kindergarten St. Johannes entwickeln. Am Sonntag wurde in der katholischen Einrichtung das von der Erzdiözese Bamberg geförderte Projekt «Generationen - gemeinsam bewegen wir was» vorgestellt.

Bei der Realisierung sei Mut und Geduld gefragt, meinte die Leiterin Rosi Bickel: «Das nötige Vertrauen muss sich langsam entwickeln.» Das Interesse an der von den Kindern musikalisch gestalteten Informationsveranstaltung war enorm. «Ich bin überwältigt, mit so vielen Besuchern hätten wir niemals gerechnet», sagte Bickel, die kurz auf die Entstehungsgeschichte und Ziele des Projekts einging. Die Schlüsselfelder Einrichtung wurde im vergangenen Jahr als einer von zehn Kindergärten in der Erzdiözese für die Teilnahme an einer Initiative zur Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz ausgewählt. «Da wir in diesem Bereich schon viel machen, haben wir uns entschieden, mehr auf die demografische Entwicklung einzugehen. Die Großfamilie gibt es nicht mehr, dafür immer mehr Kleinfamilien und allein Erziehende», berichtete die Leiterin.

Das Projekt steht nun unter dem Titel «Intergenerationelle Beziehungen stabilisieren und intensivieren». Konkrete Ziele: die Eltern durch neue Angebote stärker unterstützen, als Treffpunkt der Generationen sowie Kontakt- und Vermittlungsstelle fungieren, um sich zu einer Art Familienstützpunkt zu entwickeln. Angedacht sind beispielsweise die Vermittlung von Leih-Großeltern als Babysitter, ein Generationenfrühstück, ein Seniorenbistro oder Seniorenpatenschaften für Vorschulkinder. Gute Erfahrungen wurden bereits mit Seniorenbesuchen gemacht: Ilse Külgen und Dorothea Winkler vom Betreuten Wohnen in Thüngfeld kommen an zwei Nachmittagen in der Woche in den Kindergarten, um mit den Jungen und Mädchen zu spielen, ihnen vorzulesen und sie einfach kennen zu lernen. Die rüstigen Damen schilderten ihre Erfahrungen und betonten, dass die Besuche für beide Seiten bereichernd seien.

«Es ist wichtig, dass ältere Menschen ihre Erfahrungen weitergeben», meinte auch Georg Zipfel. Der Bürgermeister setzt große Hoffnungen in die Initiative und bat um Unterstützung. «Das ist nicht nur ein Projekt unter vielen, sondern gerade für eine kleine Stadt wie Schlüsselfeld sehr wichtig.»

Auch aus wissenschaftlicher Sicht spricht viel für das Generationen-Projekt. «Erziehung soll nicht nur im kleinen Kreis von Vater und Mutter stehen. Bildung ist nicht die Aufgabe von einzelnen und beginnt nicht erst in der Schule», erklärte Jutta von Maurice vom pädagogischen Institut der Uni Bamberg, das die Initiative begleitet. Gerade das Kindergartenalter sei für die Entwicklung von großer Bedeutung. Wer bei dem Projekt mitarbeiten, sich selbst als ehrenamtlicher Babysitter anbieten will oder Bedarf für Leih-Großeltern hat, kann sich im Kindergarten St. Johannes melden. «Das Projekt ist für alle Beteiligten eine große Chance», so Rosi Bickel. «Es soll aber nicht nur aus schönen Worten bestehen, sondern dauerhaft lebendig sein. Das können wir als Kindergarten alleine nicht schaffen.»

1.5.2007